Maurice Mueller ist im Neuen Hafen vor der Bremerhaven unterwegs
  • Moin und herzlich Willkommen!

    Moin und herzlich Willkommen!

    MEHR GRÜN HILFT ALLEN!

    Ich bin Jahrgang 1983 und Abgeordneter der Bremischen Bürgerschaft. Ich war von 2014 bis 2019 Stadtrat für Umwelt und Klimaschutz sowie für Gartenbau in Bremerhaven. Von 2019 bis 2023 war ich Mitglied der Bremischen Bürgerschaft. Meine Themen sind der Kurs Klimastadt, der Umweltschutz sowie das Grün in der Stadt und die Beteiligung von jungen Menschen in der Politik und beim Klimaschutz.

    Obwohl ich in Kassel aufwuchs, fühle ich mich inzwischen in Bremerhaven zuhause. Hier lebe ich mit meiner Frau und hier wirke ich für mehr Grün. Unterwegs habe ich allerdings noch an einigen spannenden Stationen Halt gemacht.

    Bis 2006 habe ich an der staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erfurt bis zum Bachelor of Arts studiert. Danach verschlug es mich an die Universität Bielefeld, wo ich 2010 meinen Mastergrad im Studiengang Politische Kommunikation erhielt. Daneben nutzte ich auch die Möglichkeit, mich am Institut d’études politiques de Paris in den Bereichen „Affaires Européennes“ mit den Schwerpunkten Europarecht, Europäische Wirtschaftspolitik und PR zu bilden. 

    Seit 2011 arbeite ich als Qualitäts- und Kommunikationsmanager beim Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme. Berufsbegleitend habe ich an der Hochschule Bremerhaven Digitale Medienproduktion studiert.

    Die politischen Wege der Grünen gehe ich selbst schon lange und gestalte sie unterwegs gerne mit. Von 2009 bis 2012 war ich in der Grünen Jugend in Kassel aktiv und wurde Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Danach wechselte ich in den Kreisverband Bremerhaven und bin dort inzwischen Beisitzer.

    Das grüne Potential Bremerhavens hat mich von Anfang an begeistert. Deswegen habe ich ohne zu zögern im Jahr 2014 die Wahl zum Stadtrat für Umwelt angenommen. In dieser Funktion konnte ich die Eröffnung eines Klimastadtbüros und die Gründung des Jugendklimarats wesentlich mitgestalten.

    Nach den Wahlen in Bremen 2015 wurde ich Stadtrat für Gartenbau. Gemeinsam sanierten wir den Holzhafen Geestemünde, kümmerten uns um die Grünflächen drumherum und ließen im Rahmen des Wettbewerbs „Stadtgrün naturnah“ zahlreiche Wildblumenwiesen und Blühstreifen entstehen. Zusammen mit dem Schulamt gelang es uns außerdem, die Schulgärten an Bremerhavener Schulen wieder zum Leben zu erwecken.

    2017 durfte ich mit gerade einmal 34 Jahren als Direktkandidat für die Bundestagswahl antreten. Obwohl es nicht für das Mandat reichte, hat mich diese Erfahrung erneut darin bestärkt, dass ich voll und ganz hinter meiner Partei stehe. Umso dankbarer bin ich, dass die Bürger*innen Bremerhavens mir 2019 ihr Vertrauen geschenkt haben und ich sie und euch bis Mitte 2023 als Abgeordneter in der Bremischen Bürgerschaft vertreten durfte.

    In der Bürgerschaft war ich Mitglied in folgenden Gremien:

    • Ausschuss für die Angelegenheiten der Häfen im Lande Bremen (Vorsitz)
    • Deputation für Arbeit und Wirtschaft
    • Controllingausschuss
    • Ausschuss für Wissenschaft, Medien, Datenschutz und Informationsfreiheit
    • Petitionsausschuss

    Darüber hinaus durfte ich seit 2020 als Mitglied der ersten Enquete-Kommission der Bürgerschaft zur Erarbeitung einer Klimaschutzstrategie für das Land Bremen beitragen.

    Außerhalb der Bürgerschaft bin ich folgenden Organisationen aktiv:

    • Beiratsmitglied der Phänomenta in Bremerhaven
    • Mitglied des Grünen Kreises in Bremerhaven
    • Mitglied des BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V.
    • Mitglied bei Foodsharing Bremerhaven



  • Häfen und die Nachhaltigkeitsziele

    Häfen und die Nachhaltigkeitsziele

    Am 13. Januar hat sich der Ausschuss für die Angelegenheiten der Häfen im Lande Bremen zum 16. Mal getroffen. Ein wichtiges Thema der Agenda: Das Zukunftskonzept der Bremische Häfen im Zeichen der Sustainable Development Ziele der Vereinten Nationen.

    Vielen sind die sogenannten SDGs inzwischen ein Begriff, wenn auch häufig eher als „Nachhaltigkeitsziele“ oder „17 Ziele“ – denn auf so viele Ziele für nachhaltige Entwicklung haben sich die Vereinten Nationen 2015 geeinigt. Das ist eine Menge. Und wer sich näher mit ihnen beschäftigt, mag sie für Träumerei halten. Ein kleiner Exkurs.

    Grob gesagt könnte mit der Erreichung der 17 Ziele alle universalen Probleme der Welt gelöst werden. Einige Beispiele:

    • Ziel 1: Armut in allen ihren Formen und überall beenden
    • Ziel 2: Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern
    • Ziel 6: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten
    • Ziel 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen. Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zum Recht ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen

    Ergänzt werden diese Repräsentanten durch Ziele aus diversen Bereichen, darunter Geschlechtergleichheit, faire Arbeitsbedingungen – und vor allem klimarelevante Ansätze!

    Als Abgeordneter der GRÜNEN liegt mir dieser Aspekt besonders am Herzen. In Kombination mit meinem Amt als Sprecher für Häfen lege ich außerdem viel Wert auf die Verknüpfung unterschiedlicher SDGs, die so wichtig für die Zukunft unserer Häfen sind. Eine grüne Strategie ist unabdingbar für zeitgemäße Häfen, die Bestand haben. Deswegen lege ich großen Wert auf die Umsetzung der folgenden Ziele:

    • Ziel 3: Gesundes Leben für alle – ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern
    • Ziel 4: Bildung für alle – inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern
    • Ziel 5: Gleichstellung der Geschlechter – Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen
    • Ziel 6: Wasser und Sanitärversorgung für alle – Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten
    • Ziel 7: Nachhaltige und moderne Energie für alle – Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern
    • Ziel 8: Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit für alle – dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern
    • Ziel 9: Widerstandsfähige Infrastruktur und nachhaltige Industrialisierung – eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen
    • Ziel 11: Nachhaltige Städte und Siedlungen – Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten
    • Ziel 12: Nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen – nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen
    • Ziel 13: Sofortmaßnahmen ergreifen, um den Klimawandel und seine Auswirkungen zu bekämpfen
    • Ziel 14: Bewahrung und nachhaltige Nutzung der Ozeane, Meere und Meeresressourcen
    • Ziel 15: Landökosysteme schützen – Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen

    Das Offensichtliche zuerst: Die Umsetzung dieses Gesamtpakets ist natürlich nicht für einen einzelnen Menschen möglich, vermutlich nicht einmal für eine überdurchschnittlich engagierte Gruppe. Aber die gute Nachricht folgt sogleich: Die Unterstützung dieser Ziele bündelt sich in einem konkreten Projekt für die Bremischen Häfen. Die Hafenmanagement-Gesellschaft bremenports hat bereits 2009 eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt, die inzwischen klaren Bezug auf die genannten Zielen nimmt. Die greenports-Strategie soll durch ökonomisch, ökologisch und sozial verantwortungsbewusste Entwicklungen die Zukunftsfähigkeit der bremischen Häfen sichern. Das Projekt steht für das Ziel eines klimaneutralen Hafens und der starken lokalen Initiativen, die den Wandel in Richtung nachhaltigkeitsorientierter Häfenprozesse unterstützen. Die greenports-Strategie ist auch durch Grünes Engagement bereits ein Kernelement der Hafenpolitik und des gesamten Hafenentwicklungskonzepts. Natürlich bleibe ich an dem Thema dran.

  • Grün in der Stadt hilft allen

    Grün in der Stadt hilft allen

    Grün in der Stadt verbessert die Lebensqualität – nachweislich! Diverse psychologische Studien der letzten Jahre belegen diese Behauptung. Pflanzen verschönern nicht nur graue Betonlandschaften, sie erfüllen auch eine Reihe nützlicher Funktionen. Schon in der Schule lernen wir, dass wir sie brauchen, weil sie Schadstoffe filtern und Sauerstoff produzieren. Außerdem sind Bäume wunderbare Schattenspender und senken das Stresslevel durch ihre bloße Anwesenheit. Ein grüner Ausblick aus einem Krankenhausfenster beeinflusst sogar die Genesung der Patientin/des Patienten positiv. 

    Und trotzdem lassen wir es immer wieder zu, dass diese kleinen und großen Geschenke der Natur regelmäßig einem Gemisch aus Gesteinskörnung und wahlweise Zement oder Bitumen weichen müssen. Die Rede ist von Beton und Asphalt. Wie das schon klingt, „Beton“! Hart, undurchdringlich und irgendwie – unnatürlich. Es entstehen immer mehr Parkplätze, große Straßen oder Betriebsflächen. Das Umweltbundesamt (UBA) hat einen Vergleich des Anteils der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Gesamtfläche Deutschlands angestellt. Parkplätze, Straßen und Betriebsflächen sind sogenannte versiegelte Flächen, es kann also kein Niederschlag mehr in sie eindringen, sodass viele natürliche Prozesse auf unnatürliche Weise verhindert werden. Ihnen gegenüber stehen die unversiegelten Flächen, beispielsweise Rasen, Kies oder Natursteinpflaster, da sich dort die Vegetation weiterhin entwickeln kann. Dass sie dann oftmals von einem Multigas-Unkrautvernichter daran gehindert wird, ehe sie die 2-cm-Marke erreicht hat, ist ein anderes Thema. Den Berechnungen des UBA zufolge, zeigt sich das Missverhältnis zwischen Siedlungs- und Verkehrsfläche zur Gesamtfläche am deutlichsten in den drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Das ist nicht verwunderlich. Doch dass in allen drei Fällen die versiegelten Flächen bereits rund 30% (in Berlin sogar 36%) betragen, ist ein nicht vertretbarer Trend! 

    Warum nicht vertretbar? Es ist doch ganz normal, dass eine wachsende Stadt mehr Verkehrsflächen benötigt – und wir wollen doch wachsen, oder?

    Wachstum um jeden Preis – eine wiederkehrende Kurzsichtigkeit. Seit Jahren – ach, Jahrzehnten –  setzen wir GRÜNE uns dafür ein, dass über schädliches Wachstum diskutiert wird. Doch dazu mehr in einem anderen Beitrag. Ich möchte keine Grundsatzdiskussion an einer Stelle führen, an der die Handlung so klar von der Natur vorgegeben ist. Aber packen wir das Problem doch bei der Wurzel: Immer wieder wird die Bedeutung von Grün in der Stadt klein geredet.

    Während meiner vierjährigen Tätigkeit als Stadtrat für Gartenbau habe ich wiederholt die Daseinsberechtigung des Amtes und seiner Arbeit verteidigen. Das Gartenbauamt bündelt viele Maßnahmen für Grünflächen und wichtige Freiflächen, wie Spielplätze und Friedhöfe. Der Baumschutz, die klimaangepasste Baumauswahl sowie die Ausdehnung von Wildblumenwiesen ist von besonderer Bedeutung. Daher habe ich Schwerpunkte bei den Pflanzungen, sowie im Straßenbegleitgrün, etwa an der Elbestraße, der Rickmersstraße sowie der Borriesstraße gesetzt.

    Diese Projekte konnten nur umgesetzt werden, weil der Mehrwert eines Gartenbauamtes in Bremerhaven erkannt wird. Eine grüne Infrastruktur braucht planerische und bauliche Kompetenzen, die Hand in Hand agieren. Es gibt zahlreiche Kommunen, in denen die Pflege und die Planung von Grünflächen unabhängig voneinander gesteuert wird – oder eher: gesteuert werden soll. Denn nicht selten tragen diese weit verstreuten (metaphorischen) Bäume wenige Früchte. In Bremerhaven hingegen sitzen diese elementaren Kompetenzbereiche unter einem Dach – in der Eckernfeldstraße 5. Und das hat eine direkte Auswirkung auf Mensch und Pflanze.

    Flora

    Für Stadt-Bäume ist es enorm wichtig, dass sie so artgerecht wie möglich gehalten werden. Das mag nach einer Vertierlichung klingen, doch tatsächlich gibt es Studien, die belegen, dass auch Bäume „Herdentiere“ sind. Wann immer möglich, sollte daher kein Baum alleine stehen müssen. In Bremerhaven kommt erschwerend hinzu, dass vielerorts Lehmboden das Erdreich bildet. Durch diese Bodenart dringt nur wenig Wasser. Ein entsprechender Aushub und das Versetzen des Pflanzkörpers mit dem passenden Humus helfen den jungen Bäumen dauerhaft Wurzeln zu schlagen. Besonders gut geeignet sind laut Testergebnissen der Gartenamtsleiterkonferenz (GALK) unter anderem Purpurerlen, Scheinakazien, Zerreichen und amerikanische Stadtlinden. Die Stadtlinde, wie der Name schon vermuten lässt, wurde eigens für das Stadtklima aus der Winterlinde gezüchtet und ist ideal für die Bepflanzung von städtischen Grünflächen geeignet. 

    Fauna ohne opponierbaren Daumen

    Für unsere heimische Tierwelt ist auch der Erhalt unserer heimischen Bäume wichtig – überlebenswichtig sogar. Vor allem der Erhalt alter Baumbestände auf Spielplätzen und Friedhöfen wurde als wesentlicher Bestandteil zum Erhalt der Biodiversität erkannt. Leider sehen diese Notwendigkeit nicht alle Vertreter*innen der politischen Landschaft Bremerhavens und so werden in unregelmäßigen Abständen immer wieder Abholzungspläne vorgelegt, die von einigen Parteien unterstützt werden.

    Fauna mit opponierbarem Daumen

    Die eingangs erwähnten versiegelten Flächen haben einen unmittelbaren Effekt auf uns Menschen: Hitze! Die undurchlässigen Beton- und Asphaltlandschaften heizen sich im Sommer enorm auf und steigern die ohnehin besorgniserregenden Temperaturentwicklungen noch weiter. Das Ziel muss daher ganz klar sein, das Stadtklima zu regulieren und Oasen zu gestalten, die der Bevölkerung als Wohlfühlorte dienen. Das Konzept von Grün in der Stadt denkt die Stadt vom Menschen her. Lebenswert und einladend soll sie daher sein.

    Deswegen ist Grün in der Stadt kein Projekt, das eine kleine Minderheit für das Gros der Bevölkerung einfach entscheidet. Vielmehr muss das Thema in den Stadtteilkonferenzen angesprochen werden. Denn sehr viele Menschen haben eigenen Vorstellungen davon, wie mehr Grün in der Stadt umgesetzt werden kann. Und ganz ehrlich: Bei einem so umfassend wichtigen Thema gibt es nicht zu viele Meinungen!

  • Fleischlose Ernährung schont das Klima

    Fleischlose Ernährung schont das Klima

    Am 15. Januar 2021 traf sich die Klima-Enquete Bremen zur 9. Sitzung – selbstverständlich online, aber hoch motiviert. Auf der Tagesordnung standen diverse Themen rund um das Thema „Nachhaltiger Konsum“, darunter die Bedeutung fleischfreier Ernährung für den Klimawandel. 

    Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Klima ist natürlich keine neue Erkenntnis. Seit einigen Jahren wird zunehmend über die Auswirkung eines hohen Fleischkonsums auf unsere Umwelt diskutiert – auch öffentlich. Denn das Thema Ernährung ist für die meisten von uns alltäglich. Dabei spielen zwei Strömungen eine wichtige Rolle: einerseits wächst das Bewusstsein darüber, dass (übermäßiger) Fleischkonsum das Klima negativ beeinflusst. Andererseits gilt Ernährung als ein sehr persönliches Thema. Dadurch stößt die Kritik am Fleischkonsum immer wieder auf Ablehnung, da sie mit einer scheinbaren Bevormundung in Verbindung gebracht wird. 

    Da die Frage, OB sich unser Verhältnis zu Fleisch auf das Klima auswirkt jedoch nicht mehr im Raum stehen kann, befasste sich die Enquetekommission vorrangig mit den möglichen Ansätzen für nachhaltigere Ernährung, bekannten Stellschrauben und sinnvollen Alltagspraktiken. 

    Behandelt wurden folgende TOPs:

    • Klimaschutz und nachhaltigere Ernährung (Sonja Pannenbecker, Verbraucherzentrale Bremen)
    • Nachhaltigere Ernährung und deren Stellschrauben (Prof. Dr. Jana Rückert-John, Hochschule Fulda)
    • Instrumente zur Vermeidung und Reduzierung von Lebensmittelabfällen (Torsten von Borstel, Geschäftsführer United Against Waste e. V.)
    1. Klimaschutz und nachhaltigere Ernährung

    Im Impuls-Vortrag von Sonja Pannenbecker ging es zunächst um die gesundheitlichen Folgen eines übermäßigen Fleischkonsums. Wissenschaftler*inne*n gehen inzwischen vermehrt davon aus, dass der Verzehr von Fleisch sich auf die Zahl der offiziell übergewichtigen Menschen auswirkt – nicht nur in Deutschland. Dem DGE-Ernährungsbericht zufolge entstanden zwischen 2008 und 2012 über 60 Milliarden Euro Gesundheitskosten durch Adipositas – jährlich! Die Tierrechtsorganisation „Tier im Fokus“ bestätigt: „Es gilt als erwiesen, dass ein erhöhter Verzehr von gesättigten Fettsäuren, die primär aus tierlichen Produkten stammen, mit Übergewicht assoziiert ist.“

    Ein Team aus Expert*inn*en hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Plan zu entwickeln, nach dem eine gesunde Ernährung für alle Menschen möglich ist, ohne dass die Erde dabei zerstört wird. Dieser Plan trägt den Namen „Planetary Health Diet“ – ein Plan für den gesamten Planeten Erde also. 

    Im Vergleich zur aktuellen deutschen Ernährung wird eine dringend notwendige Änderung deutlich: Pflanzen statt Fleisch muss die Devise lauten! Nur ein Zehntel des aktuellen täglichen Fleischkonsums der Deutschen wäre den Wissenschaftler*inne*n zufolge vertretbar, wenn wir nicht nur auf unsere, sondern auch auf die Gesundheit unserer Erde bedacht sein wollen. Falls ihr euch näher mit dem Thema befassen wollt, könnt ihr beispielsweise einen Blick in den Kompass Ernährung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) werfen.

    Der Verein „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ schlägt eine ähnliche Verteilung der Nahrungsmittelgruppen vor. Wie auch bei der Planetary Health Diet wird gruppiert nach:

    • Getreide
    • Kartoffeln
    • Gemüse/Hülsenfrüchte
    • Obst
    • Nüsse
    • Fleisch
    • Fisch
    • Eier
    • Milch(-produkte)
    • Öle
    • Butter, Schmalz, Palmfett
    • Süßungsmittel inkl. Zucker

    Es fallen allerdings zwei markante Unterschiede auf. Während ungefähr 50% der Ernährung nach dem Planetary-Health-Diet-Modell aus Obst und Gemüse bestehen sollten, empfiehlt der DGE eine deutlich stärkere Einbindung von Kartoffeln, um eine vollwertige Ernährung zu erreichen. Darüber hinaus sind hier weniger Nüsse, dafür aber mehr Fette in Form von Butter oder Schmalz vorgesehen.

    Spannend für die Klimaschutzstrategie wird es, wenn wir die Treibhausgasemissionen verschiedener Diäten vergleichen. Das BMEL bestätigte schon 2016, dass eine vegane Ernährung beispielsweise eine noch deutlich geringere Ausstoßmenge hätte als die DGE-Diät, die oben besprochen wurde. 

    Nichtsdestotrotz ist es eben wichtig, die Welt nicht schwarz-weiß zu sehen, sondern für Kompromisslösungen offen zu sein. Und einen Kompromiss für 83 Millionen Menschen zu finden geht nun mal leider nicht von heute auf morgen. Könnte die Unterzeichnung der Mailänder Erklärung ein Schritt in die richtige Richtung sein?

    Sonja Pannenbeckers Appell an die Enquete-Kommission: „Nutzen Sie die Chancen und schaffen Sie die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Ernährungspolitik in Bremen, sehen Sie die Verantwortung von Bremen eine faire Ernährungsumgebung zu schaffen und das Thema fest in der Verwaltung zu verankern.“

    1. Nachhaltigere Ernährung und deren Stellschrauben

    Nachhaltigere Ernährung ist nicht einfach nur ein alleinstehendes Thema, auch wenn es in öffentlichen Diskursen ab und zu so dargestellt wird. Tatsächlich müssen jedoch mehrere Faktoren zusammenspielen, um letztlich in einer nachhaltigeren Ernährung zu münden. Die vier Säulen, auf denen dieses Ziel nach Ansicht von Jana Rückert-John steht, sind:

    • Gesundheit: Eine gesundheitsfördernde Ernährung, die zu einer höheren Lebenserwartung, mehr gesunden Lebensjahren und mehr Wohlbefinden für alle beiträgt
    • Soziales: Eine Ernährung, die soziale Mindeststandards entlang von Wertschöpfungsketten gewährleistet
    • Tierwohl: Eine Ernährung, die mehr Tierwohl unterstützt und damit den sich wandelnden ethischen Ansprüchen der Gesellschaft gerecht wird
    • Umwelt: Eine umwelt- und klimaschützende Ernährung, die zu den mittel- und langfristigen Nachhaltigkeitszielen Deutschlands passt

    Als studierte Soziologin wirft sie auch einen Blick auf die sozialen Hintergründe der Menschen und welchen Einfluss diese auf ihre Ernährung haben. Der Enquete-Kommission stellte sie aber vor allem acht konkrete Stellschrauben vor, an denen nicht zuletzt von Politiker*innen gedreht werden kann. Besonders spannend: Sie bezeichnete sie sogar als Lösungsansätze.

    Was können wir tun?
    Potential liegt in den verschiedensten Ansätzen: Sei es ein Systemwechsel in der KiTa- und Schulverpflegung, die Nutzung von Preisanreizen oder auch die Bereitstellung von Informationen.

    Wichtig ist jedoch ein gemeinsamer Kern: Integrierte Politik für eine nachhaltigere Ernährung! Daraus können dann Maßnahmen erwachsen, die dringend nötig sind, wenn wir in Sachen Nachhaltigkeit etwas bewirken wollen. Konkret bedeutet das:

    • Es muss einen Ernährungswandel geben, wie er auch in der Planetary Health Diet beschrieben wird
    • Es muss eine Regionalisierung von Ernährungssystemen vorgenommen werden
      • Allerdings nicht per se. Weshalb es auch hier Ausnahmen gibt, behandle ich in einem anderen Blog-Beitrag
    • Es muss auf ökologische Produkte gesetzt werden, die auch Öko-Qualität haben
    • Es muss über Gemeinschaftsverpflegung als Basis großer Potenziale für nachhaltige Ernährung gesprochen werden

    Entscheidend für alle Lösungsansätze ist aber die Neuausrichtung der Ernährungspolitik und der Mitwirkungswille eines jeden Mitmenschen, der die nachlassende Gesundheit unseres Planeten fördern möchte.

    Als Bürgerschaftsabgeordneter setze ich mich vor Ort in Bremerhaven für Foodsharing ein. Die Initiative bringt viele junge Menschen in Bremerhaven zusammen, die auf Wochenmärkten und ausgewählten Bäckereien und Supermärkten abgelaufene Lebensmittel sichern und an Bedürftige in Bremerhaven Lehe verschenken. Bei diesen “Einsätzen” werden mehrerer Wäschekörbe voller frischer Lebensmittel gesichert, die sonst, zu Unrecht, in der Mülltonne landen würden.

  • Lloydwerft-Debatte

    Lloydwerft-Debatte

    Wer die Werften aufgibt, lässt auch die Menschen und das Klima im Stich

    164 Jahre ist sie alt – die Lloyd Werft in Bremerhaven hat wirklich schon einiges miterlebt. Doch nun? Alles aus? Nur, wenn wir es bereitwillig zulassen!

    Doch von Anfang an: Seit 1857 steht die Lloyd Werft Bremerhaven für
    Zuverlässigkeit und Qualität. Seit ihren Anfängen als Werkstatt der Reederei Norddeutscher Lloyd (NDL) hat sie sich auf den Umbau und Neubau von Passagierschiffen, Prototypen und exklusiven Mega-Yachten spezialisiert. Für den Standort Bremerhaven bedeutet das neben einer internationalen Bekanntheit auch 300 Arbeitsplätze – die nun wegfallen sollen. Denn die Pandemie trifft natürlich auch die deutschen Werften hart: Schiffsbestellungen werden verschoben oder aufgekündigt, neue Aufträge bleiben aus. Das gilt auch für die Lloyd Werft. Das Risiko ist nun, dass die umfassenden schiffsbaulichen Kompetenzen –  von der Entwicklung und Planung über den Bau bis zur Instandhaltung – künftig nicht mehr in Bremerhaven zu finden sein werden. Das können wir so nicht geschehen lassen! Und eine Lösung ist sogar greifbar!

    Bisher konnte die Lloyd Werft durch den Auftrag für die Solaris Yacht gut durch die Pandemie kommen. Allerdings ist die Werft mit diesem Großauftrag nur noch bis Ende des Jahres ausgelastet. Zudem ist der Genting Group, zu dem die Lloyd Werft gehört, mit 3,4 Milliarden Euro verschuldet. Daher erscheint es zunächst naheliegend, dass die Werft nun verkauft werden soll. Doch damit würden auch die Angestellten in eine ungewisse Zukunft entlassen – und das ist besorgniserregend. 

    In der 22. Sitzung der Bremischen Bürgerschaft habe ich deswegen stellvertretend für die Fraktionen der SPD, DIE LINKE und Bündnis 90/Die Grünen gefordert, dass die Schiffbaukompetenz erhalten und die Arbeitsplätze gesichert werden. Was auf den ersten Blick nach einer leeren Forderung klingt, kommt mit konkreten Lösungsvorschlägen daher: 

    Wir fordern die Bundesregierung auf, ihren Wirtschaftsstabilisierungsfonds endlich auf die antragstellenden deutschen Werften anzuwenden!

    Außerdem verlangen wir, dass die Lloyd Werft auch dann Hilfe aus dem Fonds erhält, wenn sie in der Zwischenzeit den Besitzer wechselt. An diesen Hindernissen darf die Zukunft der Werft nicht scheitern! Es ist daher die Aufgabe unserer Senatorin für Wirtschaft und Häfen, Claudia Schilling, diese Hilfen im Bremischen Interesse von der Bundesregierung einzufordern. 

    Selbstverständlich möchte ich damit keine „Bremen first“-Kampagne starten. Ebenfalls betroffene Regionen sind das Emsland, Rostock, Stralsund und Wismar. Kann es denn sein, dass die Bundesregierung kein Interesse daran hat, diese industriellen Zentren in ansonsten strukturschwachen Regionen zu sichern? Das können und wollen wir so nicht glauben. 

    Nun werden einige Fachkundige unter Ihnen und euch sagen, dass die Bundesregierung das Thema ja nicht ignoriert. Allerdings muss einfach mehr für die Werften getan werden, als ein Sanierungskonzept von Genting einzufordern. Die gleichzeitige Vorfestlegung der Bundesregierung, dass in Mecklenburg-Vorpommern 1200 Stellen abgebaut werden müssen, ist für die Menschen vor Ort ein Schlag ins Gesicht.

    Dabei hat der Bund klare Ziele zur Sanierung der deutschen Flotte als Hilfe für die Werftstandorte benannt. Er sollte im Rahmen der vergaberechtlichen Möglichkeiten darauf hinwirken, dass die genannten Standorte durch Aufträge gestärkt werden. 

    Die Ziele zur Flottenertüchtigung sowie das Programm „Saubere Schifffahrt“ müssen von der Bundesregierung genutzt werden, um die Werftstandorte durch die Krise zu bringen. Jetzt weiter abzuwarten wäre fatal für die maritime Infrastruktur Deutschlands.

    Die Lloyd Werft und die Werften anderer Standorte, die unter den Stabilisierungsfonds wollen, sind mit innovativen Antriebssystemen in der Lage bedeutende Beiträge zur Senkung der weltweiten Schiffsemissionen zu leisten. Die Herausforderungen zur CO2-Senkung im Schiffsbereich sind riesig. Auf europäischer Ebene hat man das erkannt: Insbesondere durch Druck der Grünen hat das Europäische Parlament beschlossen, dass die Schifffahrt in das Europäische Emissionshandelssystem aufgenommen werden soll. Es hat zudem das Ziel verabschiedet, bis 2030 – also in nur 8 Jahren – 40% der Emissionen in der EU Seeschifffahrt einzusparen. Das zwingt zu Investitionen in klimafreundliche Schiffe – und diese wiederum könnten unter anderem auf der Lloyd Werft in Bremerhaven entstehen, einer Werft, die mit ihren Kompetenzen im Spezialschiffbau und im Klimaschutz glänzt. 

    Unsere Forderung hat also nicht nur den sozialen Aspekt der Arbeitsplatzerhaltung, sie fördert auch langfristig die Erreichung der klimaneutralen Häfen. Schon mehrfach haben die deutschen Werften von der Bundesregierung ein Flottenprogramm gefordert, das die CO2-Emissionssenkung und die Instandhaltung der deutschen Flotte vereint. Es liegt auf der Hand: Diese Idee sollte im Sinne der wirtschaftlichen Stabilisierung des deutschen Schiffbaus und der ökologischen Transformation der Schifffahrt weiterverfolgt werden. 

    Starke Projekte, die bereits gute Ansätze der maritimen Antriebswende verfolgen, fördert die Rot-Grün-Rote Koalition in Bremen schon. Dazu gehören der INNO-Segler und maritime Wasserstoffanwendung. Diese klimafreundliche Forschungsausrichtung braucht deutsche Werften, wie die Lloyd Werft, um umweltdienliche Konzepte umsetzen zu können. Daher sind die Werften in Deutschland ebenso systemrelevant wie die deutschen Häfen.

    Für die Lloyd Werft und ihre 300 Beschäftigten sowie die Zulieferer geht es um eine klare Perspektive. Natürlich wäre ein Verkauf – raus aus dem kriselnden Genting-Konzern –  für uns Grüne der wünschenswerte Fall. Gleichzeitig muss die Bundesregierung aber ihren Ankündigungen auch Taten folgen lassen: Das Land Bremen braucht starke und innovative Werften für die Zukunft unserer maritimen Wirtschaft. 

    Es bleibt also dabei: Die Bundesregierung muss Verantwortungsbewusstsein zeigen und die Lloyd Werft in den Wirtschaftsstabilisierungsfonds aufnehmen.

  • Wasserstoff für die Bremischen Häfen

    Wasserstoff für die Bremischen Häfen

      „Wasserstoffstrategie des Landes Bremen – Welche Wasserstoffprojekte sind in Bremischen Häfen in Planung?“
    – Anfrage des Abgeordneten Müller, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

    „Technologien wie (…) die Weiterentwicklung von Wasserstoff als Energieträger werden im Schnittstellenbereich von Wissenschaft und Industrie insbesondere am Standort Bremerhaven gezielt gefördert.“

    So steht es im Koalitionsvertrag für die 20. Wahlperiode der Bremischen Bürgerschaft – also jetzt.

    Und wie sieht es heute, gut eineinhalb Jahre nach der Unterzeichnung des Vertrags aus?

    Um dieser Frage nachzugehen, habe ich mich im Januar an die Senatorin für Wissenschaft und Häfen gewandt. Ich wollte konkret von ihr folgende Kernfragen beantwortet haben:

    1. Welche „hafenspezifischen Themen“ sind in der Bremischen Wasserstoffstrategie enthalten?
    2. Wie verteilen sich die hafenspezifischen Projekte auf Bremen und Bremerhaven?
    3. Mit welchen Partnerinnen und Partnern werden diese hafenspezifischen Projekte umgesetzt und in welchem Stadium sind diese Projekte?
    4. Ist eine Wasserstofftankstelle in den Überseehäfen (für Wasserstoffanwendungen im Hafen) in der Planung enthalten?
    5. Ist ein/mehrere Speicher für Wasserstoff oder weitere Folgeprodukte von Bremenports geplant? Falls ja in welchem Anwendungszusammenhang?

    Welche „hafenspezifischen Themen“ sind in der Bremischen Wasserstoffstrategie enthalten?

    Auf diese Frage erhielt ich zunächst die etwas ernüchternde Antwort, dass die Wasserstoffstrategie im nicht näher konkretisierten Frühjahr 2021 vorgestellt werden soll. Deswegen könnten zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Antworten gegeben werden.

    Eine Zusammenfassung des aktuellen Stands bekam ich aber immerhin trotzdem.

    Das Ziel, die Hafeninfrastruktur bis 2023 – also bis zum Ende der 20. Wahlperiode – klimaneutral zu entwickeln, besteht weiterhin. Im Anschluss sollen die Häfen CO2-neutral werden. Hier kommen Wasserstoffprojekte ins Spiel: Wasserstoff kann als Energieträger eingesetzt werden, sodass eine Alternative zu elektrischen oder batterie-elektrischen Lösungen in Sicht ist. Ein guter und vor allem wichtiger Ansatz also! Vor allem in der Seeschifffahrt oder im Schwerlast-und –Fernverkehr kann hier viel erreicht werden. Kritischen Stimmen, die vor allem auf den zusätzlichen Aufwand in der Erzeugung hinweisen, sei gesagt, dass Handhabung und Nutzung der Wasserstoffalternativen dafür deutlich einfacher für den Anwender sind. 

    Da die norddeutschen Bundesländer sich unter anderem dadurch auszeichnen, dass sie am Wasser liegen, spielt die Entwicklung der Häfen eine große Rolle. Nach aktuellem Stand sollen wir sogar davon ausgehen dürfen, dass Norddeutschland in der Anwendung von Wasserstoff im Hafenbereich und damit in der Wasserstoffwirtschaft ziemlich weit vorne mitspielen kann. Das stimmt doch vorsichtig optimistisch!

    Bleibt noch zu prüfen, ob und wie die norddeutschen Häfen an den künftigen Import von Wasserstoff angepasst werden müssen.

    Wie verteilen sich die hafenspezifischen Projekte auf Bremen und Bremerhaven?

    Auf diese Frage fiel die Antwort relativ knapp aus. Zwei Projekte stehen dabei im Vordergrund: In der Stadt Bremen wird vor allem auf das Projekt „HyBit“ (Hydrogen for Bremen‘s industrial transformation) gesetzt. Das ist auch sinnvoll, denn es geht darum, die Stahlproduktion im Stahlwerk mit Hilfe von grünem Wasserstoff zu defossilisieren, also den Ausstoß von Kohlendioxid aus der Verbrennung fossiler Rohstoffe zu beenden. 

    In Bremerhaven hingegen läuft schon seit einiger Zeit das Projekt SHARC. Nein, das hat nichts mit der Super-Harvard-Architektur zu tun. SHARC steht in diesem Fall für „Smart Harbor-Application Renewable-Integration Concept“. Das klingt kompliziert, arbeitet aber auf die intelligente Integration von erneuerbaren Energien in die Energieinfrastruktur des Hafens hin. Aktuell befinden wir uns am Ende der ersten von insgesamt zwei Phasen. Die Analyse ist also bald abgeschlossen, es folgt die Umsetzungsphase, für die allerdings momentan noch Lösungen gesucht werden. Projektpartner ist übrigens die bremenports GmbH & Co. KG, die die Projektleitung übernommen hat.

    Mit welchen Partnerinnen und Partnern werden diese hafenspezifischen Projekte umgesetzt und in welchem Stadium sind diese Projekte?

    Selbstverständlich sind standortübergreifende Projekte nicht alleine zu bewerkstelligen. Das wäre zumindest nicht empfehlenswert. Deswegen tauscht sich bremenports unter anderem mit den Häfen in Niedersachsen und Hamburg aus. Es sind allerdings auch einige Industrieunternehmen, die Interesse an Wasserstoffanwendungen zeigen, involviert. 

    Im Falle SHARC sind derzeit noch namhafte Unternehmen wie Siemens oder Eurogate an der Analysephase beteiligt. Für die tatsächliche Umsetzung seien ebenfalls Partner gefunden, die in der Antwort der Senatorin allerdings nicht näher benannt werden. 

    Ist eine Wasserstofftankstelle in den Überseehäfen (für Wasserstoffanwendungen im Hafen) in der Planung enthalten?

    Aktuell gibt es in Deutschland 90 Wasserstofftanktstellen, davon eine in Bremen-Osterholz und eine in Stuhr. Für Bremerhaven ist aktuell eine Wasserstofftankstelle in der Frederikshavner Straße im Stadtteil Wulsdorf geplant. Der Gesellschaft H2 MOBILITY zufolge, die in Deutschland unter anderem für die Einrichtung dieser Tankstellen zuständig ist, hängt alles von der Notwendigkeit ab, denn: „Ab 2021 werden Wasserstoffstationen vor allem dort errichtet, wo kurzfristig eine Nutzfahrzeugnachfrage zu erwarten ist und wo eine öffentliche Tankstelle für ein wachsendes Tankstellennetz auch für PKW sinnvoll erscheint.“ Die Senatorin hält eine weitere Tankstelle im Bereich des Überseehafens für wünschenswert. Denkbar sei jedoch auch die Erweiterung einer Hafentankstelle um Wasserstoff, die ebenfalls als Teil der SHARC Umsetzungsphase diskutiert werde.

    Ist ein/sind mehrere Speicher für Wasserstoff oder weitere Folgeprodukte von bremenports geplant? Falls ja in welchem Anwendungszusammenhang?

    Ja, zumindest in Form eines Zwischenspeichers für den erzeugten Wasserstoff. Dieser Wasserstoff werde aber vor allem für den Bedarf im Überseehafen verwendet.

    Es wird also zumindest mit Alternativen zu den batterie-elektrischen Speichern geplant.

    Es bleibt also spannend und ich werde euch selbstverständlich über Neuerungen auf dem Laufenden halten!

  • Lass uns drüber reden…

    Lass uns drüber reden…

    Als Sprecher für Häfen, Sprecher für Fischerei, Sprecher für Innovation und Technologie und Sprecher für Schifffahrt in der Bremischen Bürgerschaft tausche ich mich unermüdlich mit anderen politischen Vertreter*innen und Interessierten aus. Dabei entstehen nicht selten spannende Ansätze für unsere politische Zukunft. 

    Mir ist es wichtig, mein politisches Handeln transparent zu gestalten. Auf diesem Blog veröffentliche ich daher in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen meine Sichtweisen, Beweggründe und Vorschläge, um Bremerhaven weiter auf dem Weg zur Klimastadt zu unterstützen.

    Selbstverständlich werde ich dabei auch Meinungen vertreten, die diskutiert werden können. Ich lade euch herzlich ein, die Kommentarfunktion zu nutzen und mir eure Gedanken zu schreiben. Wir können über alles reden, das ist das Schöne an der Demokratie!

  • Klimaschutz Enquete-Kommission: Häfen müssen Beitrag leisten

    Klimaschutz Enquete-Kommission: Häfen müssen Beitrag leisten

    Klimaschutz Enquete-Kommission: Häfen müssen Beitrag leisten

    Die Bremische Bürgerschaft hat die Klimaschutz-Enquete Kommission eingesetzt. In den nächsten 18 Monaten erarbeiten Fachpolitiker*innen und Wissenschaftler*innen einen Bericht mit Maßnahmen für Klimaschutz im Land Bremen. Philipp Bruck und Maurice Müller sind ständige Mitglieder der Enquete-Kommission, Sülmez Dogan und Ralph Saxe sind die stellvertretenden Mitglieder

    „Wir brauchen effiziente Maßnahmen für mehr Klimaschutz. Der Klimawandel bleibt die schlimmste Bedrohung für die Zukunft der Menschheit. Dieser Herausforderung stellen wir uns in Bremen und Bremerhaven mit diesem neuen Gremium“ so Maurice Müller, Grünes Mitglied der Enquete-Kommission. „Daher ist die parteiübergreifende Enquete-Kommission ein gutes weiteres Instrument um den Klimaschutz, neben der Arbeit der Grünen in der Bürgerschaft, weiter voranzubringen. „

    „Klar muss sein, dass die Emissionen der Häfen auch in den Arbeitsergebnissen der Kommission wiederfinden. Deutschland und Bremen profitiert von der Globalisierung und dem weltweiten Handel. Daher müssen die Emissionen der Häfen auch mitberücksichtigt werden“ so Maurice Müller, der auch Vorsitzender des Häfenausschusses in der Bremischen Bürgerschaft ist. „Dazu sollten die Maßnahmen, die der Bund und die EU ergreifen müssen ebenfalls in den Bericht einfließen. Klimaschutz adressiert alle politischen Ebenen, daher sollte der Bericht ihre Mitverantwortung auch feststellen“ so Müller abschließend.

  • 20 Mio Projekt startet: „Grüner Wasserstoff für Bremerhaven“

    20 Mio Projekt startet: „Grüner Wasserstoff für Bremerhaven“

    20 Mio Projekt startet: „Grüner Wasserstoff für Bremerhaven“

    Bericht aus dem Bremer Senat

    Offizieller Projektstart „Grüner Wasserstoff für Bremerhaven“

    „Das EFRE Projekt hat Signalwirkung für die Wasserstoff-Forschung in Bremerhaven und schafft das Innovationspotential um nachhaltiges Wirtschaften im Green Economy Gebiet noch attraktiver zu machen“ so Maurice Müller, Sprecher für Innovation und Technologie in der Grünen Fraktion.

    „Wir haben uns für dieses Projekt in den Koalitionsverhandlungen eingesetzt und sind froh, dass die Umsetzung des Millionen-Projekts nun so schnell gelingt“ ergänzt Sülmez Dogan, Vizepräsidentin der Bremischen Bürgerschaft und zusammen mit Maurice Müller die Bremerhavener Mitglieder der Grünen bei den Koalitionsverhandlungen in Bremen.

    Im Wasserstoff-Testfeld können die Eigenschaften der Wasserstoff-Produktion unter verschiedenen Stromlast-Bedingungen erforscht und optimiert werden. Damit wird ein zentrales Forschungsziel, den Wirkungsgrad bei der Herstellung von Wasserstoff zu erhöhen, in den Fokus genommen. Das Projekt befindet sich nun in der europaweiten Ausschreibung.

    Die Landesregierung investiert 10 Mio Euro in dieses Projekt. 10 Mio kommen aus der Kofinanzierung durch EFRE. Zwei weitere Anwendungsfälle von Wasserstoff in Bremerhaven werden ebenfalls von dem EFRE Projekt finanziert.

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